News 2008News 01.07.08
  Wild erobert sich den Süden zurück - 01.07.08
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten galoppiert wieder eine Herde Streifengnus über die Ebenen des Gondwana Cañon Parks östlich des Fischfluss Canyons. Anfang Juni wurden dort 36 Gnus ausgesetzt. Dies ist Teil eines umfangreichen Programms der Gondwana Collection, im Süden Namibias einst heimisches Wild in den Naturparks wieder anzusiedeln. Eine Woche später wurden im Gondwana Kalahari Park nordöstlich von Mariental 16 Eland ausgesetzt. Die jährlich stattfindenden Wildzählungen ergaben in beiden Parks sowie im Gondwana Namib Park nördlich von Sesriem ein sehr positives Bild.
 
   
Streifengnus in ihrer neuen Heimat am Fischfluss Canyon.
  Das Aussetzen der Streifengnus im Gondwana Cañon Park verlief wie am Schnürchen; Verluste gab es nicht. Die Gnus stammen von einer Farm bei Okahandja und hatten daher eine mehr als 700 km lange Reise zu überstehen. Vom Transporter ging es erst in eine Boma. Als die großen Bullen gereizt auf die jüngeren Tiere reagierten, ließen Park Manager Danie und Rachel Brand die Boma öffnen und die Tiere in die Freiheit stürmen. Es handelt sich um 24 ausgewachsene und zwölf jüngere Gnus. Sechs der 24 erwachsenen Tiere sind kräftige Bullen - laut Rachel Brand ist das Verhältnis ideale für die Vermehrung. Sie dürften sich in der Ebene östlich der Straße zum Fischfluss Canyon aufhalten und künftig des öfteren an einer Wasserstelle zu beobachten sein, zu der es von der Straße aus eine markierte Zufahrt gibt.  
  Die Gnus tragen nicht nur dazu bei, den Naturpark noch attraktiver für Touristen zu machen; sie stärken auch das ökologische Gefüge. Vor zwei Jahren waren im Gondwana Cañon Park bereits Steppenzebras und Kuhantilopen ausgesetzt worden, die bereits mehrfach Nachwuchs bekommen haben. Im Zuge des Parkmanagements werden Pflanzen und Wild regelmäßig beobachtet. Trotz der relativ schlechten Regensaison von 2007 haben sich die Springböcke stark vermehrt; laut Wildzählung im April leben 4.600 Tiere im Park (gegenüber 3.800 im Vorjahr). Die Zahlen anderer Arten dagegen sanken: Oryx (650 gegenüber 690), Bergzebra (310 / 330), Kudu (420 / 690) und Strauß (160 / 330). Vor allem im Falle der Kudus ist das damit zu erklären, dass sie in Gebiete des benachbarten Nationalparks abgewandert sind. Solche Bewegungen sind Teil einer ganz natürlichen Überlebensstrategie in ariden Gebieten.  
  Eland in der Kalahari
Der Gondwana Kalahari Park erhielt Mitte Juni 16 Eland-Antilopen - 14 Kühe und zwei Bullen im Alter von rund neun Monaten. Vor ihrer Freilassung wurden sie knapp zwei Wochen lang in einer Boma nahe der Kalahari Anib Lodge gehalten - auch in der Hoffnung, dass sie sich künftig in dieser Gegend aufhalten werden. Die Steppenzebras, die vor zwei Jahren in dem Park ausgesetzt worden waren, fühlen sich sichtlich wohl: Sie haben sich von 23 auf 30 vermehrt. Im Park leben laut Wildzählung von Anfang Juni unter anderem 2.140 Springböcke (2007: 2.190), 310 Oryx (280), 420 Steinböckchen (240), 41 Gnus (40) und 170 Strauße (140).
 
   
Junge Eland-Antilopen in der Boma im Gondwana Kalahari Park.
  Auch aus dem Gondwana Namib Park gibt es gute Nachrichten.
Die Wildzählung Ende Juni ergab, dass wie im Vorjahr etwa 450 Springböcke im Park leben. Die Zahlen von Oryx und Strauß sanken von etwa 160 auf 100 bzw. von 40 auf etwa 25. Zu erklären ist dies wiederum mit der Anwanderung in Gebiete des benachbarten Namib Naukluft Parks. Sehr gefreut haben sich die Wildzähler über eine Gruppe von vier Kudus, die im vergangenen Jahr in den Park gezogen sind und sich in der Nähe des Riviers (Trockenflusses) aufhalten.
 
- Mehr über die einzelnen Parks finden Sie auf Gondwana Kalahari
- Park
, Gondwana Canyon Park, Gondwana Namib Park

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