News 2004 News 01.12.04
  Schere Arm - Reich mit Tourismus schließen - 01.12.04
Namibier, die unter den Folgen jahrzehntelanger Apartheid-Politik leiden, sollen künftig stärker gefördert werden. Dazu hat sich die Reisebranche auf dem Tourism Forum bekannt, das vom Dachverband Federation of Namibian Tourism Associations (FENATA) Ende November veranstaltet wurde. Dem Thema Broad-based Black Economic Empowerment (BBEE), war die Hälfte des zweitägigen Forums gewidmet. Im Zuge einer ausführlichen und konstruktiven Debatte formulierten die Vertreter von Tourismusunternehmen aller Sektoren eine Charta, die letztlich einem Ziel dient - die Basis derer, die vom Tourismus profitieren, systematisch zu verbreitern. Das Attribut "broad-based" betont dabei, dass es nicht ausreicht, den engen Kreis jener historisch benachteiligten Namibier am Reisegeschäft zu beteiligen, die mittlerweile über Zugang zu Kapital verfügen.
 
 
Die Maßnahmen, die im Text der Charta aufgeführt werden, sehen daher auch vielmehr vor, bislang Benachteiligte in der Praxis zu schulen, für sie Lehrstellen, Praktika und Stipendien einzurichten, sie vermehrt auch in verantwortlichen Positionen anzustellen und ihnen den Erwerb von Anteilen an Unternehmungen oder auch den Einstieg in Partnerschaften im Rahmen von Joint Ventures zu ermöglichen. Außerdem wird gefordert, bislang Benachteiligte zu unterstützen, indem man verstärkt ihre Dienstleistungen oder Produkte nutzt und ihnen bei der Gründung aussichtsreicher Unternehmen im Tourismus hilft. Übergreifend will die Reisebranche zudem mehr soziale Verantwortung übernehmen - mit der Förderung von Projekten zur Verbesserung des Lebensstandards von Angestellten und Gemeinschaften sowie zum Erhalt der Natur.  
Der Geschäftsführer des Namibia Tourism Board, Gideon Shilongo (links), überreicht dem Minister für Strafvollzug, Andimba Toivo ya Toivo, die Charta der Reisebranche zur Förderung bisher Benachteiligter. Rechts FENATA-Präsident Gielie van Zyl.
 
 
FENATA-Geschäftsführerin Jackie Asheeke sprach abschließend von einem großen Erfolg.
Die Reisebranche sei der erste Sektor der Wirtschaft Namibias, der mit der Charta einen klar abgesteckten Weg beschreite, um die Ziele des BBEE-Programmes der Regierung zu erreichen. Die Charta schreibt den Tourismusunternehmen zwar keine konkreten Maßnahmen vor, stellt aber klare Richtlinien auf.
 
Jackie Asheeke (FENATA)
 
  Dass BBEE kein am grünen Tisch entworfenes Luftschloss ist, sondern mit beachtlichem Erfolg praktiziert werden kann, zeigte die Firma Nature Investments in einem Vortrag über ihre Personalpolitik. Geschäftsführender Direktor Mannfred Goldbeck und seine persönliche Assistentin Anna Geraldo illustrierten den Erfolg der BBEE-Maßnahmen anhand von Beispielen der Karrieren einiger Mitarbeiter. So habe man Erro Pandeni Iilonga im März 2001 als Tagelöhner am Straßenrand in Windhoek angetroffen, zur Arbeit im Garten des Büros angeheuert und dabei sein "grünes Händchen" entdeckt. Als der Gemüse- und Obstanbau des Selbstversorger-Zentrums für die Unterkünfte im Gondwana Cañon Parks angelegt wurde, erhielt er dort eine Stelle. Iilongo ergriff die Chance: Nach Schulung und Ausbildung arbeitete er sich zum Leiter des Anbaus hoch und beaufsichtigt nun vier Mitarbeiter.  
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