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Schwäbische Spätzle am Canyon - 18.10.06
Wenn Verblüffung ein Gesicht hätte, sähe
es aus wie der Gast aus Süddeutschland, der ungläubig
am Büfett steht. Stundenlang ist er gefahren. Durch
weite, steinige Ebenen, an hohen, kargen Plateaubergen
vorbei, durch flache, trockene Flussläufe hindurch.
Und hier, in der Lodge am anderen Ende der Welt, steht
neben dem gebratenen Antilopenfleisch eine Schüssel
mit dampfenden Spätzle. Wie bei ihm daheim in Stuttgart... |
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Bevor
die Spätzle zur Cañon Lodge kamen,
ging die Cañon Lodge nach Deutschland.
Genauer: Die Chef-
köchin Theresia Kapenga. Vier Wochen lang
hospitierte sie in zwei Betrieben des Catering-Unternehmers
Kurt Paiser in Süddeutschland. Dabei erhielt
sie Einblick in die hohe Kochkunst (auch traditioneller
Spezialitäten) und die Arbeitsabläufe
in der Küche. Theresia machte sogar Schlagzeilen
in der Lokalzeitung: "Eine Afrikanerin kocht
Krautkrapfen".
Kapenda war eine von vier führenden Mitarbeitern
in Unterkünften der Gondwana Desert |
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'Afrikanerin' Theresia Kapenga mit traditionellen
Krautkrapfen. Hinter ihr Restaurant-Inhaber Kurt
Paiser (2.v.l.). Foto: Verena Treischl, SZ Schwabmünchen. |
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Collection, die in den Genuss eines
Austauschprogramms mit deutschen Gastbetrieben kamen.
Ermöglicht wurde das Programm durch den Papierindustrie-Experten
Claus Palm. Er hatte 2005 als Urlauber die Cañon
Lodge besucht und dabei beschlossen, das dort seit vier
Jahren bestehende Education Centre Gondwanas zu unterstützen.
Mit seinen Kontakten zu Gastronomen in Süddeutschland
organisierte er Plätze für Hospitanzen; Air
Namibia half mit ermäßigten Flügen. |
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Zweite Kandidatin bei Paiser war Lydia
Goagoses, Leiterin der Gastbetreuer auf der Namib Desert
Lodge. Maritza Swart, Manager-Assistentin auf der Kalahari
Anib Lodge, arbeitete im Landhotel Miethaner (35 Zimmer)
im Bayrischen Wald östlich von Regensburg. "Abends
war ich ganz schön geschafft", erzählt
sie lächelnd, "aber es waren schöne und
wertvolle Wochen." Auch Simon Andreas, Manager-Assistent
des Cañon Roadhouse, bekam die Hektik in der
deutschen Gastronomie zu spüren. Er absolvierte
seine Hospitanz im traditionsreichen Hotel 'Alte Post'
in Mindelheim im Allgäu. "Als erstes habe
ich all die Biersorten lernen müssen und all die
Getränke, die es in Namibia nicht gibt", erinnert
sich Andreas. "Aber nach drei Tagen hatte ich die
Bar im Griff." |
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Maritza Swart im bayrischen Dirndl mit ihren Gastgebern
Astrid (l) und Andrea Miethaner. |
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Simon Andreas an 'seiner' Bar. |
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Am wichtigsten
an dem Programm ist wohl der berühmte Blick über
den Tellerrand. Und das gilt auch umgekehrt. Denn kurz
darauf folgte der Gegenbesuch. Erst war Esther Palm,
Tochter von Claus Palm, für ein Praktikum in den
Lodges in der Kalahari, am Canyon und in der Namib zu
Gast. Anschließend arbeitete Andrea Laab (Serviceleitung
im Partyservice Paiser und im Restaurant 'Zum Hirschen'
in Scherstetten) zwei Wochen lang in der Cañon
Lodge. Dort gab sie eigene Erfahrungen weiter, nahm
aber auch viele Anregungen mit: "Ich habe neue
Falttechniken für Servietten gelernt, die ich bei
uns schon mit Erfolg ausprobiert habe", schreibt
sie per Email. "Außerdem habe ich mir ein
wenig von der namibischen Ruhe mitgenommen und lasse
mich nun nicht mehr so leicht stressen." Zur Küche
der Cañon Lodge meint sie nur: "Ich habe
in der Zeit 5 Kilo zugenommen." So dürfte
es kein Zufall sein, dass im Januar in Scherstetten
ein kulinarischer Namibia-Abend stattfindet - unter
Federführung von Andrea Laab... |
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Praktikantin Esther Palm mit Lydia Goagoses im
Büro der Namib Desert Lodge. |
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Andrea Laab im Gondwana-Look mit ihrer Gastgeberin
Theresia Kapenga. |
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