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Von einer Vision zu vier Naturparks - 25.09.06
Natur + Tourismus + Menschen = nachhaltiger Naturschutz.
Diese Formel geht nicht nur auf. Mehr noch: Seit ihrer
'Geburt' 1996 am Fischfluss Canyon ist sie stark gewachsen
und hat im Süden Namibias sogar drei Ableger bekommen,
die trotz - oder gerade wegen? - des trockenen Klimas
äußerst gut gedeihen. Grund genug, ihren
zehnten Geburtstag gebührend zu feiern. Und natürlich
ein herzliches Dankeschön an all jene zu richten,
die zum Wachstum der Vision vom zarten Trieb zum kräftigen
Baum beigetragen haben. |
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Genau das hat die Gondwana Desert Collection
am vergangenen Mittwoch getan. Die Gruppe von vier Naturparks
mit neun Unterkünften im Süden Namibias lud
300 Gäste zu einem festlichen Gala Dinner ins Safari
Court Conference Centre in Windhoek, darunter Vertreter
der Regierung, der Tourismusverbände und der Medien.
Den größten Teil der Feiernden stellten die
Reiseveranstalter mit ihren Mitarbeitern, die mit Buchung
der Unterkünfte die Errichtung und den Ausbau der
Naturparks kräftig unterstützt haben. |
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Ein kurzer Rückblick. Am Anfang
stand der Umweltgedanke: In Wüstengebieten wie
der Nama Karoo im Süden Namibias erweist sich Viehwirtschaft
langfristig nicht als tragfähig. Am südwestlichen
Rand des Sommerregen-Gebietes gelegen, erhält die
Gegend am Fischfluss Canyon im Schnitt weniger als 100
mm Regen; immer wieder gibt es jahrelange Dürreperioden.
Viehwirtschaft bei diesen Bedingungen birgt die Gefahr,
die Natur durch Überweidung zu schädigen.
Das Wild wird als Konkurrent um die karge Weide gesehen
und überdies durch innere und äußere
Farmzäune behindert, frei umherzuziehen - eine
lebensnotwendige Strategie, auf die jährlich schwankenden
Regen- und Weide-Verhältnisse in dem Wüstengebiet
zu reagieren. |
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Wiege
Gondwanas: Die Cañon Lodge in einer Ebene des
Gondwana Cañon Parks. Foto: Gondwana Desert Collection |
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Daher der Gedanke, das Land
für den Tourismus zu nutzen: Der Gastbetrieb benötigt
viel weniger Fläche als Vieh und bringt einen viel
höheren Ertrag, zugleich entstehen mehr und besser
bezahlte Arbeitsplätze, und von den Einnahmen lassen
sich Maßnahmen für den Naturschutz finanzieren.
Hinzu kommt, dass die Wüstenlandschaft selbst in
Dürrezeiten für Gäste attraktiv bleibt. |
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Doch von der Idee bis zur
Realität war es ein weiter Weg. Die Wiege Gondwanas
bestand in der Cañon Lodge auf Farm Karios, etwa
20 km vom Hauptaussichtspunkt des Canyons entfernt.
Im November 1996 hieß sie ihre ersten Gäste
willkommen. Nachdem sie erfolgreich lief, wurde angebaut.
Im Juni 1999 kam das Cañon Roadhouse dazu, das
als rustikaler, günstiger Landgasthof gedacht war
und über einen Zeltplatz verfügte. Weil der
Bedarf an Betten in der Nähe des Canyons noch immer
stieg, entschloss man sich dazu, das Cañon Village
zu errichten. Seit August 2003 sind dort größere
Gruppen gut aufgehoben, während sich die Cañon
Lodge wieder mehr dem Individualreisenden widmen kann.
Bis heute waren fast 200.000 Urlauber im Gondwana Cañon
Park zu Gast. |
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| Mit steigender
Zahl der Gäste nahm auch die Menge an Einkäufen
in Keetmanshoop oder gar Windhoek zu. So kam die
Idee auf, Obst und Gemüse selbst anzubauen
und Milchkühe zu halten. Aus dieser Idee
entstand das Selbstversorgungs-Zentrum, das die
Unterkünfte mit Milch, Joghurt und Käse,
mit Schinken und Wurst, mit Eiern, Obst und Gemüse
versorgt. Die Produktion deckt 70 Prozent des
Bedarfs, ersetzt teure Importe aus Südafrika
und schafft zusätzliche Arbeitsplätze.
Gondwana investierte zudem in die Aus- und Fortbildung
seiner Mitarbeiter. Seit 2001 gibt es ein eigenes
Ausbildungs-Zentrum; außerdem werden Programme
zur Förderung benachteiligter Namibier |
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Umbau des Farmhauses zum Haupthaus der Lodge.
Foto: Gondwana Desert Collection |
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durchgeführt und Vorträge zu
sozialen Fragen wie Familienplanung und HIV/Aids organisiert. |
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Natürlich kam auch der Naturschutz
nicht zu kurz; investiert wurde in den Abbau der Zäune,
in Wasserstellen, in Autos für Patrouillen, in
Ankauf und Aussetzung von Wild. So gibt es wieder Steppen-Zebras,
Kuhantilopen und sogar Giraffen am Canyon - rund 100
Jahre, nachdem diese Tierarten dort ausgerottet worden
waren. Ein erfahrener Parkmanager und mehrere Ranger
halten Wasserstellen instand, kontrollieren die Außenzäune
und überwachen das Naturschutzgebiet; sie unterstützen
Forschungsprojekte zu Köcherbäumen oder Bergzebras
und bereiten die jährlichen Wildzählungen
vor. |
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Management
Gondwanas und hohe Gäste aus Politik und Branche
stoßen an auf 10 Jahre Gondwana. Foto: Gondwana
Desert Collection |
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Das in der Praxis gewachsene Gesamtkonzept
des Gondwana Cañon Parks hat bewiesen, dass man
Land in Wüstengebieten mit Tourismus besser nutzen
kann als mit Viehwirtschaft. 2004 wurde das Erfolgsmodell
des Gondwana Cañon Parks auf andere Wüstengebiete
übertragen. Heute umfasst die Gondwana Desert Collection
vier Parks, in denen die Gäste auf einer Rundreise
durch den Süden alle vier Wüsten Namibias
erleben können - und Attraktionen wie den Fischfluss
Canyon, die Wilden Pferde der Namib und das Sossusvlei. |
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Und die Perspektive für die nächsten
10 Jahre? In Zusammenarbeit mit staatlichen Parks, Farmern
und ländlichen Gemeinschaften sollen größere
Naturschutz-Regionen errichtet werden, in denen sich
das Wild wie einst wieder frei bewegen kann. Und außerdem
ist geplant, eine Kette von Informationszentren aufzubauen,
um Reisenden mehr Hintergrund zu den Wüsten Namibias
zu geben und ländliche Gemeinschaften am Tourismusgeschäft
zu beteiligen. Das erste Zentrum in Aus hat bereits
im Juli seine Pforten geöffnet... |
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Gemsböcke im Gondwana Kalahari
Park, einem der neuen Ableger Gondwanas. Foto: Cecile
Lederer |
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