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Schüler finden neues Insekt am Canyon
von Sven-Eric Kanzler
Am Fischfluss Canyon leben Insekten, die vor vier Jahren
weltweit für Schlagzeilen gesorgt haben. Das ist
ein Ergebnis der jüngsten Expedition der Initiative
EduVentures im Süden Namibias. Das Raubinsekt mit
dem Spitznamen Gladiator war 2001 zum ersten Mal lebend
auf dem Brandberg im Nordwesten Namibias entdeckt worden.
Experten zufolge war das eine ähnliche Sensation,
als würde man heute ein lebendes Mammut finden.
Dass es diese Insekten auch am Fischfluss Canyon gibt,
war bislang nicht bekannt. Außerdem könnte
es sich bei den jetzt gefundenen Tieren um eine noch
unbekannte Art handeln. |
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| Dias
vom Gladiator und von der Expedition wurden am
Freitagabend (14. Oktober 2005) im Habitat Research
and Development Center (HRDC) in Katutura gezeigt,
wo EduVentures die Teilnehmer auf einer feierlichen
Preisverleihung (Award Ceremony) für Einsatz
und Motivation auszeichnete. Einen 'Merit Award'
erhielt die taubstumme Schülerin Innocence
Agostinho (14) vom Namibian Institute for Special
Education (NISE); als 'bester Sammler' wurde Francis
Bassingthwaighte (15) von St. Pauls geehrt und
Anita Shoongeleni (15) von der Immanuel Shifidi
Oberschule freute sich über einen Sonderpreis
für ihren Gladiator-Fund. EduVentures ist
eine Initiative innerhalb des Nationalmuseums
Namibias, um wertvolle Daten zu |
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Gladiator in typischer
Umgebung am Fischfluss Canyon.
Foto: EduVentures
Bild
Download (2,23 MB) |
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sammeln und Jugendliche für die Natur zu
begeistern. |
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An der Expedition
vom 20. August bis 3. September hatten 15 Mädchen
und Jungen aus Windhoek und Katutura teilgenommen. Erste
Station war Klein-Aus Vista (Gondwana Sperrgebiet Rand
Park) westlich von Aus, wo Daten zur Lesser Baboon Spider
gesammelt wurden - für ein Forschungsprojekt der
Spinnen-Expertin Tharina Bird. |
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Sammeln
am Fischfluss Canyon. Foto: EduVentures |
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| Drei
Tage später war die Gruppe auf Augurabis
unterwegs, dem nördlichen Teil des Gondwana
Cañon Parks am Fischfluss Canyon. Dort
fanden die Biologin Samanta Mapfumo und die Schülerin
Anita Shoongeleni drei Gladiator-Insekten. Sie
sind 2 cm bis 4 cm lang, ähneln der jungen
Gottesanbeterin, ergreifen ihre Opfer jedoch im
Gegensatz zu ihr mit vorderen und mittleren Beinpaaren.
Da sie sich bei ihrer Entdeckung vor vier Jahren
keiner der bekannten 30 Insekten-ordnungen zuweisen
ließen, wurde ihretwegen - zum ersten Mal
seit 87 Jahren - eine neue Ordnung geschaffen:
Die der Mantophasmatodea (Heelwalkers). Neben
dem aufregenden Fund sammelten die Kinder rund
Pflanzen- und Tier-Exemplare für die Wissenschaftlichen
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Schwer bepackt: Innocence Agostinho.
Foto: EduVentures |
| Sammlungen
des National Botanical Research Institute (NBRI)
und des Nationalmuseums. |
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"Die
Suche nach Skorpionen hat mir viel Spaß gemacht",
signalisiert Innocence Agostinho lächelnd in Zeichensprache.
"Das Gladiator-Insekt auf der Hand zu halten, war
ein tolles Gefühl", sagt eine sichtlich begeisterte
Karen Mutota (16, Immanuel Shifidi Oberschule).
"Und ich habe eine Grasschlange gefangen und mit
Grashüpfern gefüttert", erzählt
Francis |
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Bassingthwaighte
mit leuchtenden Augen. Am schwersten, da sind
sich alle drei einig, fiel das Wandern mit den
Rucksäcken. Aber nach den ersten Tagen hatten
sie sich daran gewöhnt.
Die Begeisterung der Kinder ist der beste Beweis
für den Erfolg von EduVentures. Gegründet
wurde das Programm vor zwei Jahren von Tharina
Bird (Arachnologin im Nationalmuseum) und dem
inzwischen verstorbenen Nicholas Krone, damals
Lehrer der Immanuel Shifidi Oberschule. Pro Jahr
finden drei Expeditionen und mehrere Wochenend-Exkursionen
statt; die Auswahl ist sehr streng. |
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Anita Shoongeleni mit ihren beiden Gladiator-Insekten.
Foto: EduVentures
Bild
Download (240 KB) |
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Die Expeditionen
wären nicht möglich ohne Unterstützung
von Außen. Hauptsponsoren waren das Nationalmuseum,
der Global Environment Fund (GEF), die Namibia Nature
Foundation (NNF) und der Gondwana Cañon Park.
Wertvolle Beiträge leisteten zudem Tré Supermarket,
Plastiprint und Klein-Aus Vista. |
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Das
Team von EduVentures (v.l.n.r.): Holger Vollbrecht,
Benson Muramba, Tharina Bird, Jonas Kazondunge, Samanta
Mapfumo und Patrick Rickert. Nicht anwesend sind Vera
de Cauver und Telané Greyling.
Foto: Sven-Eric Kanzler |
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