Pressemitteilungen 2006Pressemitteilung 16.08.06
  Pressemitteilung der Gondwana Desert Collection 16.08.06
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Naturschutz im Süden betritt Neuland
In Namibia wird möglicherweise ein neues Kapitel in der Geschichte des Naturschutzes aufgeschlagen. Vertreter staatlicher und privater Naturparks sowie einer ländlichen Gemeinschaft und einige Farmer in der Region des Fischfluss Canyons haben sich grundsätzlich auf die Gründung der Greater Fish River Canyon Complex Association (GFRCCA) geeinigt. Auf der Versammlung am vergangenen Freitag im Cañon Village nahe des Hauptaussichtspunktes am Canyon wurde zudem ein gemeinsamer Plan zum Schutz der Natur und zur Förderung der Artenvielfalt angenommen.

 
   
  Das Übergangskomitee (v.l.n.r.): Lazarus Kairabeb (Mentor der Klein Karas Cooperative Community), Louis Fourie (Direktor des Canyon Nature Parks), Patrick Lane (Chief Control Warden Southern Parks), Chris Brown (Direktor der Namibia Nature Foundation), und Peet van der Walt (Internationaler Projekt-Koordinator für den Ai-Ais Fish River Richtersveld Transfrontier Park). Photo: Sven-Eric Kanzler
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  Die Vision ist die Schaffung eines einzigartigen Naturschutzgebietes, das vom Sperrgebiet im Westen bis zu den Klein Karas Bergen im Osten reicht und von der Teerstraße Keetmanshoop - Aus im Norden bis an den Gariep/Oranje im Süden - ja, sogar bis weit jenseits der südafrikanischen Grenze, da sich dort das Richtersveld anschließt. Damit würde das Wild wieder ein großes Stück seiner Bewegungsfreiheit zurück erhalten, die es vor der Besiedelung nutzen konnte, um auf die von Jahr zu Jahr örtlich schwankenden Weideverhältnisse in dem Trockengebiet der Nama und Sukkulenten Karoo zu reagieren. Eingebunden ist die Initiative der GFRCCA in den größeren Rahmen der grenzüberschreitenden 'Peace Parks', wie der Internationale Projekt-Koordinator für den Ai-Ais Richtersveld Transfrontier Park, Peet van der Walt, während der Sitzung nochmals betonte.  
  Getrieben wird die Initiative jedoch von namibischen Akteuren. Den Kern bilden zunächst die staatlichen Naturschutzgebiete am Fischfluss Canyon und am Naute Damm, die privat betriebenen Naturparks Gondwana Cañon Park (östlich des Canyons), Canyon Nature Park und Canyon Private Nature Reserve (beide westlich des Canyons) sowie die Norotshama Lodge am Gariep/Oranje westlich von Noordoewer. Außerdem waren unter den 28 Teilnehmern Farmer der Region und Vertreter der Klein Karas Cooperative Community.  
  "Die GFRCCA soll allen Beteiligten Vorteile verschaffen", bringt Dr. Chris Brown, Direktor der Namibia Nature Foundation (NNF) die Ziele auf einen Nenner. Dabei wird vor allem auf den Wachstumssektor Tourismus gesetzt: "Wir können die Region gemeinsam als eines der wenigen umfassenden Naturschutzgebiete im Südlichen Afrika vermarkten." Durch Unterkünfte, lokale Tourangebote, Kunsthandwerk, Zulieferung von Fleisch, Milch & Gemüse und nicht zuletzt im Naturschutz sind weitere Einnahmen und Arbeitsplätze zu erwarten, mit denen die Entwicklung der ländlichen Gebiete auf nachhaltige Weise vorangetrieben werden kann.  
   
Teilnehmer der Versammlung. Foto: Sven-Eric Kanzler
  "Das bedeutet keineswegs, dass alle Landeigentümer nun auf Tourismus umstellen sollten", führt Brown während der Diskussion des Naturschutzplans aus. "Im Gegenteil. Wir gliedern das Gebiet vielmehr in Zonen für verschiedene Arten der Landnutzung - für Landwirtschaft, für Bergbau, für Tourismus in größerem Stil, für exklusiven Tourismus und für die Wildhege." Dabei wird darauf geachtet, dass jeder Teilnehmer vom gemeinsamen Projekt profitiert.  
  Die Form der Gesellschaft (Association) ermöglicht neuen Mitgliedern einen leichten Einstieg und lässt jedem Mitglied viel Spielraum für seine Aktivitäten. Das Recht auf Eigentum bleibt unangetastet, so dass Land in Privatbesitz weiterhin verkauft und vererbt werden kann. Neue Eigentümer müssen die Mitgliedschaft lediglich neu beantragen. Gemeinsame Vorstellungen und Prinzipien bilden die Grundlage für die Kooperation, die zum Verwirklichen der Ziele der GFRCC nötig ist. Da Vision und Prinzipien der GFRCCA in Naturschutz und Entwicklung mit denen des Staates übereinstimmen, besteht auch eine ideale Basis für eine Zusammenarbeit zwischen privatem und öffentlichem Sektor. So können sich die staatlichen Parks und ihre privaten Nachbarn gegenseitig unterstützen - sei es bei Planung und Anlage von Wasserstellen, dem Aussetzen und Beobachten der Wildbestände und ihrem Zugverhalten oder bei Problemen wie der Wilderei.  
  Natürlich muss sich die GFRCCA erst in der Praxis bewähren. "Im Südlichen Afrika beobachtet man gespannt, wie es bei uns läuft", hebt NNF-Direktor Brown die Pionierstellung der Initiative hervor. Auch wollten einige anwesende Farmer noch nicht gleich Mitglied werden, sondern sich erst einmal informieren. Doch die Ergebnisse der Sitzung stimmen optimistisch: Der Management Plan und die Satzung der GFRCCA wurden im Prinzip angenommen und ein Übergangskomitee bestimmt. Rechtsexperten werden die Satzung in eine juristisch stichhaltige Form gießen. Auf der nächsten Versammlung im Oktober/November soll die GFRCCA offiziell gegründet werden.  
  Der GFRCC erstreckt sich über zwei Biome, die Nama Karoo und die Sukkulenten Karoo, sowie die dazwischen liegende Übergangszone. Solange der geplante Sperrgebiet National Park noch nicht existiert, liegt Namibias größtes zusammenhängendes Schutzgebiet der Sukkulenten Karoo in der GFRCC. Das Ökosystem gilt als einer der 25 biologischen 'Hotspots' der Welt. Im GFRCC kommen vier wesentliche Vegetationstypen vor: die Sukkulenten-Steppe im Süden und Südwesten, die Übergangszone zwischen Wüste und Zwergstrauchbewuchs, die Zwergstrauchsavanne und die Karas Zwergstrauchlandschaft.  
   
Klipspringer am Fischfluss Canyon. Foto: Gondwana Desert Collection
Die Landschaften und das biologische 'Inventar' der GFRCC sind von größter Bedeutung. Daher ist es äußerst wichtig, dass sie richtig erhalten und gepflegt werden. Einige Gegenden, insbesondere nordwestlich der kaum zugänglichen Hunsberge, blieben von menschlichen Eingriffen bisher weitgehend verschont. Die Gebiete am Oranje dagegen sowie östlich und nördlich des Ai-Ais National Parks wurden durch Bergbau, Viehhaltung und Bodenbewirt-
schaftung schwer in Mitleidenschaft gezogen. Durch besseres Management und mehr Kontrolle müssen die Auswirkungen gerade am Gariep/Oranje deutlich reduziert werden. Bei allen neuen Entwicklungen oder der Erweiterung bestehender Aktivitäten ist Planung
 
Quelle: Atlas of Namibia
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  von größter Bedeutung. Dazu gehören Umweltverträglichkeitsstudien, strategische Bewertungen und Management-Pläne. Auf dieser Grundlage lassen sich Probleme und Chancen erkennen und Entwicklungen so lenken, dass die aufeinander abgestimmten sozialen, wirtschaftlichen und naturschützerischen Ziele erreicht werden.  
  Information:
Gondwana Desert Collection
Public Relations Consultant: Sven-Eric Kanzler
Tel +264 (0)61 230066
Fax +264 (0)61 251863
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Web www.gondwana-desert-collection.com
 

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