Süden NamibiasSehenswürdigkeiten
Von Attraktion zu Attraktion durch den Süden Namibias
Ob Canyon oder Köcherbaum, ob Sossusvlei im Sandmeer der Namib oder Hunderte Kilometer lange Dünen in der Kalahari, ob Saurier-Fossilien oder Wilde Pferde, ob Missionskirche oder Geisterstadt - der Süden Namibias hat Touristen viel zu bieten. Die aufgeführten Attraktionen folgen in etwa dem Verlauf der Gondwana Desert Route - also im Uhrzeigersinn auf der hufeisenförmigen Strecke durch den Süden.
  Die Kalahari bedeckt einen breiten Streifen im Osten Namibias. Charakteristisches Merkmal sind ihre hohen, roten Dünen, die sich parallel zueinander über Hunderte Kilometer von Nordwest nach Südost erstrecken. Im Gegensatz zur Namib sind Dünen und Täler außerdem mit Gräsern, Sträuchern und Akazien bewachsen. Zwischen den Dünen haben sich einige Ton- oder Salzpfannen gebildet, in denen sich nach einem ergiebigen Regen Wasser sammelt. Die Kalahari ist sehr wildreich.
 

   

  Der Hardap Stausee bei Mariental ist der größte künstliche See Namibias. Er staut den Fischfluss, der an seinem Unterlauf kurz vor der Mündung in den Gariep (Oranje) den Fischfluss Canyon gegraben hat. Der See und das umliegende Naturschutzgebiet mit verschiedenen Wildarten (auch Spitzmaul-Nashörner) dienen Wassersportlern, Anglern und Vogelliebhabern als Naherholungsgebiet.  

  Der Krater des Brukkaros Massivs bei Berseba sieht aus wie ein erloschener Vulkan. Er ist jedoch vermutlich durch eine unterirdische Gasexplosion entstanden, bei der ein Hohlraum unter der Erdoberfläche in sich zusammenstürzte. Man kann den Brukkaros vom südlichen Kraterrand her besteigen. Ein Pfad führt in den Kessel und zu Ruinen einer ehemaligen Forschungsstation auf zirka 1.590 m Höhe.  

Der Köcherbaum ist das Wahrzeichen des Südens. Aus den Ästen fertigten früher die San Köcher für ihre Pfeile - daher der Name. Bei Keetmanshoop gibt es mehrere größere Ansammlungen dieser Aloen-Art. Sehenswerte 'Köcherbaum-Wälder' befinden sich auf der Farm Garas, 20 km nördlich von Keetmanshoop an der Teerstraße B 1, oder auf der Farm Gariganus, 20 km nordöstlich von Keetmanshoop an der C 17. Alle Köcherbaum-Wälder wachsen in einem Gebiet, in dem sich außerdem große Brocken aus schwarzgrauem Dolerit-Gestein aufeinander türmen und regelrechte Skulpturengalerien bilden. Bei Farm  
  Gariganus wurde die Stelle 'Spielplatz der Riesen' getauft.  

   

  Weniger bekannt, aber ebenso eindrucksvoll ist der Köcherbaum-Wald auf dem Gelände der so genannten 'Mesosaurus Fossil Site' 42 km nordöstlich von Keetmanshoop an der Straße nach Koës. Dort gibt es ebenfalls gestapelte Brocken des Dolerit-Gesteins wie beim Spielplatz der Riesen. Noch eindrucksvoller ist die Fossilienstätte auf dem gleichen Gelände: Im Tonschiefer finden sich etwa 50 cm lange Abdrücke von versteinerten Skeletten des Mesosaurus tenuidens. Das Reptil, das entfernt an ein Krokodil erinnert, schwamm vor etwa 260 Mio. Jahren in einem riesigen See, der damals weite Teile des südlichen Afrika bedeckte.  

  Das Städtchen Keetmanshoop ist Verwaltungszentrum des Südens. Im Ortskern sind einige Kolonialbauten erhalten geblieben, darunter das Bahnhofsgebäude (1907/08); das Kaiserliche Postamt (1910) - heute ein Informationsbüro für Besucher - und eine Kirche der Rheinischen Missionsgesellschaft mit einem kleinen Museum, das Fotos und Gegenstände aus der Anfangszeit des vorigen Jahrhunderts zeigt.  

  With a capacity of about 69 million cubic metres, Naute Dam south-west of Keetmanshoop is the country’s third largest dam. It is also a bird sanctuary. In the nature reserve on the southern shores there are several beautiful inlets for swimming.  

  Eine der Hauptattraktionen im Süden Namibias ist der Fischfluss Canyon am Unterlauf des gleichnamigen Trockenflusses. Er durchschneidet die gewaltig anmutende Landschaft der Nama Karoo, die von bewachsenen Flussrinnen durchzogen wird und vor allem von Euphorbien, Köcherbäumen und kleinen Sträuchern bewachsen ist. Der eindrucksvollste Teil des Canyons zieht sich vom Hauptaussichtspunkt bei Hobas bis zu den heißen Quellen von Ai-Ais im Süden. Durch diesen 80 km langen Abschnitt des Fischflusses führt eine Wanderstrecke (mehrtägig, mindestens 3 Personen, Anmeldung mit Gesundheitsattest erforderlich), die als eine der schönsten im Südlichen Afrika beschrieben wird.  

   

  Im unteren Teil des Fischfluss Canyons liegt das staatliche Ai-Ais Hot Springs Resort. Das sehr einfache Thermalbad wird von einer heißen Quelle gespeist. Es gibt ein Innenbecken mit Massagestrahlen und ein Außenbecken.  

  Die abseits der Hauptrouten gelegene kleine Ortschaft Warmbad 30 km südlich von Karasburg wurde in der Nähe einer warmen Quelle gegründet. Heute gibt es dort ein Museum zur Geschichte der Bondelswart Nama - mit Themen wie der Arbeit der ersten Missionare ab 1806, dem Aufstand gegen die deutsche Kolonialmacht 1903 oder dem Kampf gegen die Südafrikaner 1920. Zu sehen sind außerdem Reste von alten Kamelställen der Schutztruppe, ein Missionshaus, eine Kirche und einen alten Friedhof. Die noch immer sprudelnde warme Quelle speist ein baumbeschattetes Schwimmbecken.  

  Der Gariep (Oranje) bildet auf 500 km Länge die Grenze zwischen Südafrika und Namibia. Er führt das ganze Jahr hindurch Wasser und mündet bei Oranjemund in den Atlantischen Ozean. Der Fluss ist nur mit kleinen Booten befahrbar. Ab der Ortschaft Noordoewer gibt es geführte Kanutouren, auf denen man die Natur der Flusslandschaft genießt. Nördlich und südlich des Flusses breitet sich der Ai-Ais/Richtersveld Transfrontier Park aus.

Auf einer Straße entlang des Gariep (Oranje) gelangt man über den Bergbauort Rosh Pinah (Zinkabbau) nach Aus. Eine alternative Route verläuft nördlich des Fischfluss Canyons über Seeheim nach Aus.
 

  Besucher finden in Bethanien nördlich der Teerstraße Keetmanshoop - Aus eine originalgetreu hergerichtete, ehemalige Missionskirche (1859) sowie die Nachbildung des ersten Steinhauses des Ortes (1815). In dem winzigen 'Schmelen-Haus' - benannt nach dem gleichnamigen Missionar - ist eine Ausstellung über die Missionsgeschichte Bethaniens untergebracht. Auch das Haus des Nama-Führers Joseph Fredericks ist noch erhalten. Dort unterschrieben Fredericks und Heinrich Vogelsang (Beauftragter des Bremer Kaufmanns Adolf Lüderitz) am 1. Mai 1883 den Kaufvertrag über die Bucht Angra Pequeña - Auftakt der deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch Südwest Afrika (proklamiert 1884).
 

Östlich von Aus sind Reste eines Kriegsgefangenenlagers zu finden, das 1915 von den Südafrikanern für deutsche Soldaten eingerichtet worden war. Im Ort selbst gibt es ein Informations-Zentrum für Besucher - mit Schautafeln zu den Wilden Pferden der Namib bei Garub (20 km westlich von Aus), zur einzigartigen Pflanzenwelt der Umgebung (Sukkulenten Karoo, Nama Karoo und Dünen Namib) sowie zu Transportwesen, Bergbau,  
  Karakulschafzucht und Widerstand gegen die Apartheid.  

  Während des Ersten Weltkrieges haben sich versprengte oder zurückgelassene Pferde einer nahe gelegenen Zucht, der deutschen Schutztruppe und der südafrikanischen Armee den Lebensraum am Rande der Namib erobert. In mehr als 90 Jahren haben sich die Wilden Pferde der Namib an die harten Lebensbedingungen angepasst. Man kann sie gut an der Wasserstelle Garub beobachten, die 20 km westlich von Aus etwas nördlich der Teerstraße nach Lüderitz liegt.  

   

  Lüderitz hat noch heute viele Zeugen einer über hundertjährigen Geschichte aufzuweisen. Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten gehören die prachtvollen Jugendstilbauten der Gründerzeit - wie das repräsentative Goerke Haus und die benachbarte Felsenkirche. Von der modernen Waterfront mit Jachtklub gehen Bootstouren zu kleinen Inseln im Atlantik ab. Aus dem klaren Meer stammen übrigens die kulinarische Köstlichkeiten, für die Lüderitz ebenfalls bekannt ist: je nach Saison fangfrische Langusten und Austern. Ausflüge außerhalb der Stadt führen zum 'Diaz Point', auf dem Portugiesen im 15. Jahrhundert als Landmarke ein Steinkreuz errichteten, oder in das Sperrgebiet zu verlassenen Diamantenorten wie Pomona und Naturschönheiten wie den Großen Bogenfels.  

Der Diamantenort Kolmanskuppe entstand ab 1908. Heute ist es eine Geistersiedlung, deren Häuser zum Teil wieder vom Sand der Namib Wüste bezogen wurde. Auf einer Führung kann man Gebäude besichtigen wie die alte Eisfabrik, die Schlachterei, die Kegelbahn und die Turn- und Veranstaltungshalle. Außerdem gibt es ein kleines Museum und eine Ausstellung, die über die Förderung und Veredelung von Diamanten informiert.  

  Etwa 50 km nördlich von Aus liegen die Tirasberge. Man kann sie in einem weiten Bogen im Südwesten umfahren, wenn man der D 707 folgt - der so genannten schönsten Nebenstraße Namibias. Die Strecke verläuft zwischen dem roten Sandmeer der Dünen Namib und den rotbraunen einsamen Tirasbergen.  

  Das burgartige Herrenhaus Schloss Duwisib thront am Hang eines breiten, sehr schönen Trockenflusstals westlich von Maltahöhe. Es wurde 1908 von dem exzentrischen Pferdezüchter Hansheinrich von Wolf und dessen amerikanischer Frau Jayta erbaut. Schloss Duwisib ist relativ gut erhalten. Von der alten Pracht zu sehen sind unter anderem ein 'Rittersaal', ein Esszimmer sowie ein Biedermeier-Zimmer.  

  Sozial engagierte Mitglieder der Gemeinde Maltahöhe haben den 'Oahera Art' Markt gegründet. Man kann dort einheimischen Nama bei der Herstellung von Kunsthandwerk zuschauen und viele hochwertige Souvenirs kaufen. Außerdem wird eine Ortsrundfahrt in der Eselskarre geboten. Sehr empfehlenswert ist der vor Lebensfreude und Stimmgewalt berstende Schulchor, der bei vorheriger Anmeldung traditionelle Lieder und Tänze der Nama präsentiert.
 

Das Sossusvlei gehört zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Namibias. Um die berühmte Lehmpfanne breitet sich das endlose, rot-gelbe Sandmeer der Dünen-Namib aus. Die schönsten Kontraste, Farben und Formen bietet die Wüstenlandschaft dem Fotografen im Morgen- und Nachmittagslicht. Bei einem Besuch sollte man auf jeden Fall die Ersteigung einer Düne einplanen. Das Sossusvlei ist nur vom Eingang des Nationalparks bei Sesriem aus zugänglich. In der Nähe dieser kleinen Siedlung befindet sich auch der Sesriem Canyon, eine etwa zwei Kilometer lange Schlucht. 'Ses rieme' also 'sechs Riemen' eines Ochsengespannes wurden  
  früher aneinander geknotet, um von oben das Wasser aus der Schlucht zu schöpfen.  

  Das zerklüftete Bergmassiv der Naukluft Berge fügt sich in die Linie der Großen Randstufe - der markanten Grenze zwischen der tief gelegenen Dünen Namib und dem Hochland im Landesinneren Namibias. In dem Gebirge mit seinen vielen Quellen und seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt kann man sehr gut wandern. Der 'Naukluft Wanderweg' gilt als eine der anstrengendsten, aber auch schönsten Wanderrouten im Südlichen Afrika.  

  Auf Farm Neuras im kargen Hügelland östlich der Naukluft Berge sprudeln wasserreiche Quellen, mit denen Weinreben bewässert werden. Die kleine Winzerei ist auf Anmeldung zu besichtigen.  

  Tankstelle mit Werkstatt sowie Farmladen mit Café in Solitaire haben Kult-Charakter. Bis vor wenigen Jahren lagen sie hier buchstäblich im Nirgendwo. Der Verkehr am Platz hat mit dem Tourismus deutlich zugenommen, doch ergattert man mit etwas Glück auch heute noch ein Stück des 'apple crumble' (gedeckter Apfelkuchen), für den Solitaire weltberühmt ist.
 

- Routen-Vorschläge: Gondwana Desert Route, Four Deserts Route


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